BERICHTE

Berichte unserer Törns, Veranstaltungen und Regatten und Presseberichte.

SRN-Sommertörn 2013 im Ijsselmeer

Freitag, 02. August Anreise

In der Rheinebene 35-38 Grad. Bis nach Holland zog die heiße Luft. Noch 32 Grad waren es am Ziel in Lemmer. Nach dem Auspacken und Verstauen von z. Teil viel Gepäck und Proviant waren es dann gefühlte 40 Grad. Manche hatten viel, viel Bier dabei. Andere NUR ein paar Kisten Wein. Die ca. 50 Seglerinnen und Segler, davon ein Drittel KinderJugendliche, verteilten sich wie folgt auf acht Schiffe Primavera (9) Orange fourtyfive (8) Orange Lilly (7) Orange Fun (6) Cassiopeia (5) Solveigh (5) Mathilde (5) und Sunny (4). Abends ging es zum gemeinsamen Essen in den Langen Piet.

Samstag, 03. August Lemmer - Lelystadt

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Bei reichlich Wind ging es mit starker Seitenlage gen Süden. Dabei hat der ein oder andere die Fische gefüttert. Ein Schiff fuhr wegen des starken Windes zurück nach Lemmer und kam am nächsten Tag in Enkhuizen wieder dazu. Ruhiger wurde es erst gegen Abend, nachdem die Schleuse passiert und im Bataviahaven festgemacht war.

Sonntag, 04. August Lelystadt - Enkhuizen

Abfahrt war für 13 Uhr geplant. Davor Besuch des Outletcenters mit Adidas, Crocs, Guess, Hugo Boss, Nike und was es sonst noch an Klamottenmarken gibt. Bei mäßigem Wind und Sonne cruisten die Schiffe durchs Markermeer und durch die Schleuse bei Enkhuizen. Enkhuizen ist ein schönes Städtchen, in dem man auch einmal einen ganzen Tag verbringen kann. Alle zusammen lagen längsseits am langen Steg. Die Crews von Mathilde und die Orange fourty five eröffneten das parallel zum Sommertörn laufende Projekt Cook & Sail 2013. … Kim Wir besuchten ein großes Museumsschiff, das „Batavia“ hieß und bekamen eine Führung. Auf dem Schiff waren Kanonen, eine Schwarzpulverkammer, ein Essenszimmer, eine Luxustoilette und noch vieles mehr. Danach segelten wir los. Wir mussten keine Schwimmwesten anziehen, denn es war kaum windig. Wir durften auch steuern. Nach dem Anlegen tranken wir immer einen Anleger und jeder erzählte etwas Positives und etwas Negatives vom Segeln. …Lennart Der Wind war sehr schwach, also eine gute Zeit um etwas zu lernen.Unser Skipper erklärte uns das Wichtigste auf dem Boot. Wir Kinder durften steuern und nach einiger Zeit fand jedes Kind seine Lieblingsposition. Wir fuhren so die ersten Manöver und versuchten das Boot auf Kurs zu halten. …Clara & Sophie mit unserer Mutter sind wir in das große Einkaufszentrum von Lelystad gegangen. Nachdem wir vom erfolgreichen Shoppen zurück waren, segelten wir sofort nach Enkhuizen los. Wir durften an diesem Tag auch ans Steuer!

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Cook & Sail Was kann man auf Drei-Quadratmetern und einem Zweiflammenherd zaubern, damit die Crew nicht nur satt wird, sondern auch noch kulinarische Highlights erleben darf.

Auf drei Schiffen wurde unter diesen Bedingungen auf hohem Niveau gekocht. Zum Beispiel scharfe Joghurt-Pfirsich-Suppe mit Chili und Garnelen (Vorspeise).

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Oder: Beschwipstes Thymianhähnchen auf Reis (Hauptgang) oder scharfe Kokos-Spinat-Suppe und Vitello Tonnato. Als Alternative zu Bruschetta lernten wir mexikanische Molletes kennen (halbierte Brötchen mit pürierten Bohnen bestrichen und mit geriebenem Käse überbacken), dazu Pico de Gallo, eine pikante Tomatensauce.

Was in der Bordküche unter Deck nicht bewältigt werden konnte, wurde phantasievoll ausgelagert. Zum Beispiel die Herstellung von Speiseeis mit der Eismaschine aufs Deck oder die Tafel für 12 bis 13 Personen auf dem Steg. Zu den Gängen gab es dann auch die passenden Weine. Chardonnay oder Blanc de Noir zur Vorspeise, Merlot oder Spätburgunder zum Hauptgang und Gewürztraminer Hefebrand zum Dessert.

Montag, 05. August Enhuizen - Den Oever

Erst Skipperbesprechung, dann großes Gruppenfoto. Tagesziel heute Den Oever am Westende des Norddeiches. Weil am Abend gegrillt werden sollte gab es noch Einkaufsaktivitäten. Das Empfangskomitee in Den Oever war dürftig, daher mußte jeder so gut es ging selbst einen Liegeplatz suchen. Was macht ein guten Grillabend aus Genug Kohle, genug Feuer, genug Grillgut und schönes Wetter. Alles war erstklassig organisiert – bis aufs Wetter - es regnete. Wir liesen uns die Stimmung nicht vermiesen und alle haben etwas Leckeres auf den Rost gezaubert. …Kim zu erst einmal gingen wir schwimmen. Wir warfen einen Fender ins Wasser und hielten uns daran fest. Rico zog uns dann mit 5 Knoten durch das Meer. Das war super toll. Als wir im Hafen ankamen wurde gegrillt. Ich fand noch 2 neue Freundinnen und wir haben schön gespielt. …Lennart An diesem Tag war sehr wenig Wind und wir mussten ein Stück unter Motor fahren. Kurz bevor wir den Hafen erreichten durften wir noch schwimmen. Wir haben Fender an ein Seil gehängt und uns vom Boot ziehen lassen. Das hat viel Spaß gemacht. …Clara & Sophie Auf dem Weg nach Den Oever machten wir einen Zwischenstopp auf einer Vogelschutzinsel und gingen schwimmen. Abends gab es ein tolles gemeinsames Essen!

Dienstag, 06. August Den Oever - Makkum

Die Skipperbesprechung um 9 Uhr brachte es an den Tag. Der günstigste Zeitpunkt zum Auslaufen ins Wattenmeer und die Nordsee war verpasst. Also hieß es bis 12 Uhr warten für die, die unbedingt raus wollten. Vier Schiffe haben das so gemacht, die anderen sind im Ijsselmeer geblieben, Mathilde mit Zwischenstopp und Badepause am Aussichtsturm de Vlieter. Die Crews der Wattenmeer-Flotille kamen mit vielen neuen Eindrücken zurück. In Makkum waren die Liegeplätze vorbestellt, so dass wir überwiegend zusammen lagen. Direkt angrenzend an die Marina Makkum gibt es einen großen Vergnügungspark, in dem uns zu Ehren (so haben wir es jedenfalls empfunden) am Abend ein Feuerwerk stattfand. … so sah Kim diesen Tag wir übten viel für die Regatta und mein Bruder Lennart hat viel gesteuert. Dario und ich haben an der Großschot gearbeitet. Im Gegensatz zu uns waren unsere Väter ziemlich faul. Am Abend waren wir vom vielen Segeln dann sehr müde. …und so die Sicht von Lennart heute sind wir weit gekommen, denn wir hatten nun ein Gefühl dafür entwickelt, wie man mit so einem Segelboot richtig umgeht. Der Hafen, in dem wir anlegten war sehr schön. Wir aßen diesmal wieder an Bord und gingen gegen 2300 ins Bett. …und von Clara & Sophie fast ohne Wind sind wir am Damm zwischen Ijsselmeer und Wattenmeer gesegelt, wo wir zuerst auf den Turm gegangen sind und dann mit den Fendern im Wasser gespielt haben.

Mittwoch, 7. August Makkum - Medemblik

Von Makkum nach Medemblik bei starkem Wind. Auch diese Etappe haben (fast) alle geschafft. Wegen Ruderschaden ist die Mathilde nach Stavoren ausgewichen. Anlegen bei starkem Seitenwind war auch lustig. … Kim Nach der Hälfte des Törns fing es dann an zu regnen. Trotzdem übten wir noch viel für die Regatta am nächsten Tag. Beim Anlegen mussten wir aufpassen, denn der Steg war sehr glitschig. Abends, nachdem sich das Wetter wieder beruhigt hatte, gingen wir noch italienisch essen. … Lennart Dieser Tag war wieder etwas stürmig und es gab hohe Wellen. Aber uns wurde nicht mehr schlecht, weil wir an den Seegang gewöhnt waren. Es regnete und es war kühl. Nun konnten wir erleben, wie sich das Boot bei 4 bis 5 Windstärken verhält. Wir wurden ziemlich durchgeschüttelt. Ich durfte an diesem Tag besonders viel steuern und es war sehr anstrengend, da wir in Schräglage fuhren. Als wir wieder im Hafen anlegten, stellten wir fest, dass der Steg extrem glitschig war. An diesem Abend gingen wir Essen und schliefen danach schnell ein, was gut war, denn am nächsten Tag sollte die Regatta stattfinden. …Clara & Sophie weil unser Boot eine Panne hatte, mussten wir nach Stavoren zurück. Das Gute am Ijsselmeer ist, dass es so viele Häfen gibt, in denen man bleiben kann, auch wenn es nur für einen Zwischenstopp ist. Die Panne war echt blöd, denn am nächsten Tag war Regatta, die der fantastische Rico geplant hatte. Wir wussten nicht, ob wir mitmachen können oder ob der Törn damit für uns beendet war.

Donnerstag, 8. August Medemblik - Lemmer Regatta

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Kurz vor 10 Uhr trafen sich alle Schiffe vor dem Hafen. Im Abstand von 15 Minuten wurde in Gruppen gestartet (Gruppe 1 Sunny Gruppe 2 Cassiopeia, Mathilde, Orange Lilly, Orange Fun, Solveigh Gruppe 3 Primavera, Orange fourtyfive). Gegen Mittag dann Wartepause in der Bucht vor Lemmer. Kai, unser Vercharterer, der den zweiten Teil der Regatta leiten sollte, musste zu einem Rettungseinsatz der KNRM (niederländische Seenotrettung), sodass wir den Kurs um drei Bojen dann eigenmächtig managten. Abends dann Siegerehrung und allgemeines Biertrinken an der Hafenklause in Lemmer.

…die Sicht von Kim

"Unser Start war irgendwie nicht so gut. Ich denke das lag aber nicht unbedingt an uns, sondern daran, dass das Segel verheddert war. Auf jeden Fall hatten wir uns alle sehr angestrengt."

"Am Abend haben dann meine beiden Freundinnen und ich die Siegerehrung durchgeführt. Alle bekamen eine Medaille und manche auch einen Pokal. Das Team meiner Freundinnen hatte sich bei der Regatta sogar als Piraten verkleidet. Während der Siegerehrung haben wir auch gegrillt und dann Fangen gespielt. Es hat alles einen riesen Spaß gemacht!"

…und Lennarts Sicht

"Wir standen extra früh auf, um fit für die Regatta zu sein. Leider war unser Start nicht besonders gut. Wir hatten Probleme das Segel zu hissen. Aber dann holten wir noch gut auf. Wir überholten drei Boote und fuhren nach ca. 3 Stunden ins Ziel."

"Zum zweiten Teil der Regatta starteten wir in Lemmer und segelten ein großes Dreieck. Danach gab’s im Hafen die Siegerehrung und es wurde gegrillt. Alle unterhielten sich miteinander und hatten Spaß. Wir erreichten den 4. Platz und waren sehr zufrieden mit unserer Leistung, da wir zuvor noch nie gesegelt hatten. Ich freue mich schon auf’s nächste Mal!"

…Clara & Sophie

"Wir hatten Glück, denn am Morgen kam jemand, der sich gut auskannte. Er hat eine Schraube festgedreht und gesagt So jetzt könnt ihr weitersegeln. Daraufhin sind wir als Piraten verkleidet auf unser Ziel losgeschossen, wo wir aber nur knapp vierter wurden. Das hat uns aber nichts ausgemacht, denn wir sind ja echte Piraten, oder Deshalb haben wir uns auch ein Piratenlied gedichtet."

Das Piratenlied der flotten Mathilde:

"Wir segeln geschwinde durch Wasser und Meer. Wir segeln Well' ab und Well' auf, und fällt wer vom Boote so fällt er ohn' Schrecken und klettert behend wieder rauf. Es geht durch Gischt und Schaum. Wir fangen den Wind in den Segeln, und auf dem Meer hier, da gelten nur unsere Regeln. Wild und furchtbar, der Schrecken der Meere sind wir, wild und furchtbar, die wilden Piraten sind hier."

Bei der zweiten Regatta haben wir aber noch besser abgeschnitten und erreichten am Ende den dritten Platz. Am Abend haben wir gegrillt, und die Sieger gefeiert. Am nächsten Morgen mussten wir die Boote abgeben, der Törn war beendet und alle waren traurig - aber vielleicht gibt es ja ein nächstes Mal! Vielen, vielen Dank an Rainer Dierschke und alle, die diesen Törn mit geplant haben, und vielen Dank an Horst und die anderen tollen Skipper, dass sie sich bereiterklärt haben mitzugehen! Wir fanden den Segeltörn insgesamt fantastisch. Er hat unglaublich viel Spaß gemacht, und wir haben viele neue Freunde gefunden. Wir haben auch viele neue Sachen gelernt, z.B. wie man in die Box fährt!

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Regatta

Gewertet wurde nach Yardstick. Es gab eine Langstrecke (Medemblik-Lemmer) und einen Dreieckskurs (vor Lemmer). Der Regattafunk war in den Händen der Jugendlichen. Die Crewmitglieder aller beteiligten Yachten waren mit Feuereifer dabei und zogen an den Schoten bis die Finger glühten. Unangefochten und mit konstanter Segelleistung sowie frisch poliertem Unterwasserschiff sicherte sich Rainer Rahn (Orange FourtyfiveBavaria 45) mit seiner erfahrenen Crew den 1.Platz. Rainer Dierschke sicherte sich mit seiner 51er (PrimaveraBavaria 51)den 2. Platz. Die mittleren Plätze waren hart umkämpft. Hier behielt der Routinier Horst Kaub (Mathilde Bavaria 38) das bessere Ende für sich und segelte mit seiner als Piraten verkleideten Crew auf den 3. Platz. Enrico Spinelli (Orange Fun Bavaria 37) setzte auf die Jugend, berief einen 12jährigen zum Steuermann und gelangte auf den 4. Platz. Knapp dahinter auf dem 5. Platz, Volker Geil (Bavaria 36) mit seiner wilden Horde. Die Cassiopeia (Bavaria 37) fuhr ein furioses erstes Rennen und verschlief dann den Start beim zweiten Lauf. Am Ende gab es den 6. Platz für Volker Asmus und seine Mannschaft. Der 7. Platz ging an Adelheid Burger (Solveigh Bavaria 38) mit der Teenie Brigade, die etwas mit dem Bootstrimm haderte, im zweiten Rennen eine Tonne falsch rundete und deshalb nochmal ein Stück zurück musste. Auf den 8. Platz kam Angela Grützmann. Während auf der Sunny (Bavaria 33) zu Beginn zu zaghaft und vorsichtig agiert wurde, lieferten Skipperin und Crew anschließend eine insgesamt tolle sportliche Leistung und beim nächsten Mal sicher weiter vorn zu finden sein. Für alle Teilnehmer war die Regatta ein tolles Event.

 

Bericht: Jürgen Frank, Rainer Rahn, Rico Spinelli (Regatta), Kim Altmann (10 Jahre), Lennart Altmann (12 Jahre), Clara & Sophie Frank (11+12 Jahre)

Ijsselmeer, Niederlande, Familiensegeln

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